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1. a) Aktuelle Informationen zu Geschichte, historischer Bildung und Forschung sowie zu Geschichts- und Erinnerungspolitik


_Offener Brief an die Verantwortlichen der 64. Berlinale 2014

Offener Brief als pdf: pdf

Per E-Mail an:

Berlinale@berlinale.de
panorama@berlinale.de
info@teddyaward.tv

Offener Brief an die Berlinale-Verantwortlichen, 6. Februar 2014

Sehr geehrter Herr Kosslick, sehr geehrter Herr Speck, sehr geehrte Berlinale-Verantwortliche,

mit großer Empörung haben wir zur Kenntnis genommen, dass bei der 64. Berlinale 2014 so gut wie keine Lesbenfilme vertreten sind: Die Liste für den Teddy Award führt einen einzigen Langfilm und einen einzigen Kurzfilm auf!
Wie kann das sein? Warum wurden keine Filme mit lesbischer Handlung ins Programm genommen? Während im frauenfeindlichen Cannes (s. Petitionen wegen der fehlenden FilmemacherINNEN) im vergangenen Jahr immerhin eine lesbische Liebesgeschichte mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, ignorieren Berlinale-Verantwortliche Filmproduktionen über weibliche Homosexualität. Insbesondere in Zeiten der erstarkenden homosexuellenfeindlichen Initiativen (Demonstrationen gegen die Homo-Ehe in Frankreich, Diskriminierung Homosexueller bei den Olympischen Spielen in Sotschi, Petitionen gegen emanzipatorische Bildungspläne in Baden-Württemberg usw.) ist das Fehlen lesbian-like oder sich als lesbisch definierender Filmcharaktere auf einem Festival wie der Berlinale unter keinen Umständen akzeptabel.

Dieser Brief wurde veröffentlicht unter www.lesben.org, www.phenomenelle.de und www.lesbengeschichte.de.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Arnolds, Co-Gründerin von www.phenomenelle.de
Gabriele Bischoff, Geschäftsführerin LAG Lesben in NRW e.V., Redaktion Zeitschrift Wir Frauen Carolina Brauckmann, Singer/Songwriter
Ingeborg Boxhammer, Autorin von "Das Begehren im Blick - Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte" und Co-Redakteurin von www.lesbengeschichte.de
Christiane Buck, Vorstand LAG Lesben in NRW e.V.
Konstanze "Konny" Gerhard, Betreiberin von "Konnys Lesbenseiten/www.lesben.org", Vorstand im BLSJ e.V. - Bund lesbischer und schwuler JournalistInnen und im LSVD Schleswig-Holstein
Heike Janes, Filmemacherin und Mediengestalterin Bild & Ton
Claudia Lindner
Andrea Mielek, Vorstand LAG Lesben in NRW e.V.
Sünje Pohle, Mitarbeiterin der Haki e.V. in Kiel
Nele Tabler, Bloggerin, karnele.de
Daniela Zysk, Co-Gründerin von www.phenomenelle.de und Vorstand von Homochrom Filmfest und Filmreihe e.V.




_Das Portal lesbengeschichte. de gratuliert dem Spinnboden Lesbenarchiv zum 40. Geburtstag!

Wir wünschen dem Spinnboden weiterhin viel politische und kulturelle Sammelleidenschaft & Freude am Altpapier und anderen Materialien, um die Geschichte/n von Lesben zugänglich zu machen und tradieren zu können!

Denjenigen, die mehr über freie Archive wissen möchten, auch speziell über den Spinnboden und andere Archive, sei dieses Buch empfohlen, das auch ein aktuelles Archivverzeichnis enthält:
Bacia, Jürgen/Wenzel, Cornelia: Bewegung bewahren. Freie Archive und die Geschichte von unten. Berlin: Verlag Jugendkulturen 2013
darin: Alles lesbisch – oder was? 40 Jahre Lesbengeschichte: Spinnboden – Lesbenarchiv und Bibliothek.
280 Seiten. ISBN: 978-3-943774-18-4 EUR 25.-

Die Macherinnen von lesbengeschichte.de

Herzliche Grüße aus Berlin-Kreuzberg und Bonn-Beuel, 22. Mai 2013.




BERLIN, 13. Januar 2014


Für Ilse zum 70.!


Mohn am Bodensee

Wir gratulieren unserer Berliner Autorin Ilse Kokula herzlich zum 70. Geburtstag und wünschen Ihr alles Gute, Gesundheit, Glück und weiterhin viel Kraft!

Christiane und Ingeborg


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_Pressemitteilung von LesMigras

"Schluss mit rassistischem Sprachgebrauch – Pressemitteilung von LesMigras anlässlich der aktuellen Plakataktion des Bündnisses gegen Homophobie" Die Pressemitteilung als pdf herunterladenhttp://www.lesmigras.de/tl_files/lesmigras/pressemitteilungen/2013_pm_buendnis_gegen_homophobie_plakat.pdf





Informationen zu den Autorinnen und Übersetzerinnen

Preis für Zivilcourage des Berliner CSD e.V. 2012


Der Zivilcourage-Preis, den der Berliner CSD e.V. seit 2001 an ausgewählte Vorkämpferinnen und Vorkämpfer überreicht, wurde in diesem Jahr der Historikerin Dr. Claudia Schoppmann und dem Sexualwissenschaftler und Medizinhistoriker Dr. Günter Grau sowie der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas verliehen.

Die Laudatio zu Claudia Schoppmann und Günter Grau hielt Prof. Dr. Susanne Baer, amtierende Richterin am Bundesverfassungsgericht und Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität Berlin. Der Friedrichstadt-Palast bekam mit seinem Intendanten Berndt Schmidt einen Sonderpreis für Zivilcourage.

Jenseits von berechtigter antirassistischer Kritik am Berliner CSD e.V. – wie sie etwa von der US-amerikanischen Philosophin Prof. Dr. Judith Butler geäußert wurde und die deshalb den ihr verliehenen Zivilcourage-Preis 2010 abgelehnt hatte1 – gratuliert www.lesbengeschichte.de Dr. Günter Grau und der Autorin des Portals, Dr. Claudia Schoppmann, sehr herzlich zum Zivilcourage-Preis 2012, den sie für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhalten.
Diese und andere Beiträge zur LGBTIQ-Geschichte werden im Mainstream der Wissenschaft viel zu wenig zur Kenntnis genommen; sie sind weder institutionell abgesichert noch mit angemessenen Ressourcen ausgestattet.


*****


Laudatio von Susanne Baer für Claudia Schoppmann und Günter Grau zur Verleihung des Preises für Zivilcourage des CSD e.V. am 23.6.2012


Wissen schafft Akzeptanz – das ist das Motto des CSD. Aber was geschieht, wenn von dem Wissen noch niemand weiß und auch kaum jemand wissen will?

Der Preis für Zivilcourage wird heute hier an Wissen Schaffende verliehen: Claudia Schoppmann und Günter Grau. Zwei Menschen aus der Wissenschaft, zwei wunderbare Menschen. Warum geht der Preis an sie? Sie sind ganz unterschiedlich. Eine ist jünger, der andere älter, eine hat im Westen, der andere im Osten gelebt, sie hat Geschichte und Publizistik studiert, er Volkswirtschaftslehre und Psychologie, sie macht immer auch Ausstellungen, er gibt Lexika heraus. Claudia Schoppmann arbeitet für die Gedenkstätte deutscher Widerstand, Günter Grau in der Magnus Hirschfeld Gesellschaft.

Aber sie haben auch Einiges gemeinsam – und vor allem haben sie beide Wissen mit Zivilcourage verknüpft. Wie funktioniert das genau?

Bei Claudia Schoppmann und Günter Grau ließe sich jetzt ganz viel erzählen – so wie beide ganz viel erzählen können über Menschen, von denen wir sonst nichts wüssten – Lesben und Schwule in der Weimarer Republik, unter den Nazis, in der DDR. Claudia Schoppmann und Günter Grau erhalten diesen Preis in erster Linie genau deshalb, für ihre Geschichten, weil sie Wissen geschaffen haben. Denn was wissen Sie, was wisst Ihr über Schwule und Lesben im deutschen Nationalsozialismus? Wer hat der Welt erklärt, dass und wie die Nazis Schwule und Lesben terrorisiert haben? Was wissen wir über jene, die vor uns hier waren, versteckt, maskiert, verfolgt? Was wissen wir über 1933 – als Ende auch der Zeit, in der Berlin ein Zentrum der Schwulen und der Lesben war, der Clubs und Cafés, des Begehrens, der Lust, der emanzipatorischen Politik, des radikal kritischen Wissens?
Dieses Wissen um den Terror der Nazis, um Lesben und Schwule im NS – wir wissen es, weil gerade auch Claudia Schoppmann und Günter Grau dafür gesorgt haben, dieses Wissen zu schaffen.
Claudia Schoppmann und Günter Grau haben damit andere, aber auch uns selbst darüber aufgeklärt, dass es im deutschen Nationalsozialismus eine "geschlechtsspezifische Bekämpfung der Homosexualität gab", so Claudia Schoppmann in der analytischen Nüchternheit, die ich an ihr bewundere. Und sie haben Wissenschaft gegen Vorurteile gesetzt, so Günter Grau, der mich durch die Vielfalt seiner kritischen und selbstkritischen Beiträge tief beeindruckt. Allein das ist großartig. Für dieses Wissen können wir dankbar sein. Und das allein rechtfertigt auch ganz viele Preise.
Aber warum heute ein Preis für Zivilcourage?
Was hat Zivilcourage mit Wissenschaft, mit Forschung zu tun? Ist akademisch nicht auch ein bisschen elitär, ist NS-Forschung nicht ganz schön weit weg von unserem, von Eurem Alltag? Was hat das mit der Party heute hier zu tun? Braucht es wirklich diesen Preis beim CSD? Ja, den braucht es.

Claudia Schoppmann und Günter Grau zeigen uns etwas von dem, das Zivilcourage ausmacht. Sie stehen für eine ganz besondere Ausdauer, schlichter: für Sturheit, sie stehen für den Mut zum Umbequemen und sie stehen für die Bereitschaft und Fähigkeit, Brücken zu bauen. Das bewundere ich an ihnen. Claudia Schoppmann und Günter Grau sind sicher ganz Vieles, aber sie sind in ihrer Arbeit eben auch stur, unbequem und bauen Brücken. Lesen Sie ihre Bücher und Beiträge, dann verstehen Sie vielleicht, was ich meine. Hier nur ganz kurz: Die Sturheit?
Wer Wissen schaffen will, muss der eigenen Neugierde folgen - und nicht nur den breiten Wegen akzeptierter Forschung. Neues ist spannend und innovativ – aber es ist auch riskant, mühsam, kann einsam sein, bietet selten gängige Formen von Erfolg und Anerkennung. Dann muss man stur bleiben, bei der eigenen Frage - ein bisschen besessen, hat Claudia Schoppmann einmal gesagt, und überall suchend, so die Biografie von Günter Grau, der seinen Fragen an vielen Orten treu blieb.
Claudia Schoppmann und Günter Grau sind also in ihrer Arbeit Sturköpfe – das gehört zur Zivilcourage.

Das Unbequeme?
Wissen schaffen, von dem noch niemand wissen will – das heißt sicher, unbequem zu sein. Unbequem ist zwar auch aufregend und queer und kritisch. Aber unbequem wird es auch schnell, wenn man, wie Claudia und Günter, gegen das Vergessen angeht und gegen das Verschweigen schwulen und lesbischen Lebens. Unbequem ist es, wenn man forscht, aber nicht auf einem Lehrstuhl Platz nehmen kann, sondern sich eher zwischen Stühle setzt. Und unbequem bedeutet meistens auch ökonomisch unsicher, prekär, manchmal bitter – das Unbequeme fordert einen Preis.
Claudia Schoppmann und Günter Grau hatten den Mut, unbequem zu sein – auch das gehört zur Zivilcourage.

Die Brücken?
Wissen allein genügt nicht, um Akzeptanz zu schaffen. Das beste Wissen, die besten Geschichten sind verloren, wenn sie nicht vermittelt werden, wenn ihnen niemand Brücken baut. Genau das haben Claudia Schoppmann und Günter Grau vielfach getan. Sie haben Ausstellungen gemacht – Claudia Schoppmann war an der ersten Ausstellung über homosexuelles Leben in Deutschland 1984 beteiligt – und sie haben Lexika gemacht – Günter Grau hat gerade ein Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933 bis 1945 herausgegeben. So haben sie Brücken in die Gesellschaft gebaut, Wissen gegen Vorurteile gesetzt. Und sie haben zusammengearbeitet – zu einem Thema, das Lesben und Schwule durchaus auch trennen kann und, das ist erschütternd, auch heute noch manchmal trennt. Das sind Brücken in der Community, Wissen gegen unsere Vorurteile.
Weil Zivilcourage auch daraus besteht, stur und unbequem zu sein und trotzdem Brücken zu bauen, erhalten Claudia Schoppmann und Günter Grau diesen Preis.

Wissen schafft Akzeptanz – das ist das Motto des CSD. Aber wer Wissen schafft, ist auch auf Akzeptanz angewiesen, muss akzeptiert werden, auch und gerade als unbequemer Geist. Dafür steht dieser Preis des CSD für Zivilcourage 2012 für Claudia Schoppmann und Günter Grau - und dafür ganz herzlichen Glückwunsch.

Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M.
Richterin des Bundesverfassungsgerichts, Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin



*****


Dr. Claudia Schoppmann am 23.06.2012


Freundinnen und Freunde!
Ich möchte mich bei den Veranstaltern, dem Berliner CSD, ganz herzlich für diese Auszeichnung und Anerkennung meiner Arbeit bedanken – und bei Susanne Baer für ihre Würdigung, die mich sehr berührt hat.

Ich begrüße es, dass die Veranstalter mit diesem Preis ein politisches Zeichen gesetzt haben. Das macht deutlich, dass wir nicht nur tolle Parties feiern können, so wie es besonders heute sichtbar wird. Wie etwa die historischen Arbeiten von Günter Grau und mir zeigen, tragen wir zur Aufarbeitung der Vergangenheit bei und leisten damit – als Community – wichtige gesellschaftspolitische Beiträge.

Danken möchte ich allen, die mich im Lauf der Jahre unterstützt haben. Ich sehe den Preis auch als Ermutigung an für diejenigen, die sich auf ähnliche Weise engagieren wie ich (übrigens oftmals ehrenamtlich oder ohne angemessene Bezahlung). Stellvertretend möchte ich nur zwei Projekte nennen:

1. Das Internetportal lesbengeschichte.de, das seit Jahren viele Biographien lesbischer Frauen im Netz zugänglich macht.
2. Aus aktuellem Anlass die Initiative mit dem schönen Namen "Miss Marples Schwestern", einem Netzwerk zur Spurensuche von Frauengeschichte.
Mit großer Beharrlichkeit und gegen manche Widerstände haben sie es geschafft, ein Gedenkzeichen im öffentlichen Raum für die Berliner Zeitzeugin Hilde Radusch zu errichten und damit lesbisches Leben sichtbar zu machen. Gestern wurde es vor ihrem letzten Wohnort in der Eisenacher Straße in Schöneberg eingeweiht.

Wissen schafft Akzeptanz, so das Motto dieses CSDs. Doch das passiert nicht automatisch, Wissen muss vermittelt werden, es muss vor allem auch in die Schulbücher und Lehrpläne gelangen. Dann kann es Eingang finden in die Köpfe und Herzen der jüngeren Generation und Veränderung bewirken. Ich appelliere deshalb an die Verantwortlichen in den Bildungsministerien, appelliere an die Bildungsministerin Annette Schavan, sich für dieses Ziel einzusetzen. So kann Wissenschaft und Forschung dazu beitragen, Akzeptanz zu fördern und Diskriminierung gegenüber sexuellen Minderheiten, aber nicht nur diesen, abzubauen.


*****


Dr. Günter Grau am 23.06.2012


Sehr geehrte Frau Professor,
auch von mir mein Dank, meinen herzlichen Dank für die Worte, die Sie in Ihrer Laudatio gefunden haben. Und dem LSVD Dank für die Auszeichnung.

Sie, liebe Freundinnen und Freunde, feiern heute - wie in zurückliegenden Jahren - einen wunderbaren CSD. Denke ich zurück, denke ich an die Zeit, in der ich so alt war wie die Mehrheit der hier Versammelten, da war Homosexualität ein Tabu. Sie wurde strafrechtlich verfolgt. Der Wissenschaft galt sie als widernatürlich, als Krankheit, als Neurose oder psychische Fehlbildung. In der DDR – dort bin ich aufgewachsen – war sie verpönt als ein Laster der Bourgeoisie, das in der Arbeiterklasse nicht vorkommt, also mit ihrem Sieg im Sozialismus aussterben werde. All das wurde ernsthaft von Wissenschaftlern vertreten.

Warum erwähne ich das? Nun, weil Wissenschaft eine janusförmige Erscheinung ist. Sie alle wissen: Im Namen der Wissenschaft wurde Homosexualität auch verfolgt, wurden homosexuelle Frauen und Männer therapiert, um sie "umzupolen". Und eingedenk aller Erfahrungen, die in der Vergangenheit homosexuelle Männer und Frauen in Deutschland – aber nicht nur hier – , mit dem machen mussten, was als wissenschaftliche Erkenntnis galt, möchte ich Sie von hier aus, von diesem Ort und in dieser Stunde sensibilisieren im Hinblick auf das Motto dieses CSD: Wissenschaft schafft Akzeptanz.
Nein, das tut sie nicht. Oder genauer: Wissenschaftliche Erkenntnis allein schafft keine Akzeptanz. Wenn heute dieses Volksfest, unser Fest, durch die Straßen von Berlin zieht, wenn es den Stolz und das Selbstbewusstsein der Community demonstriert, dann ist das, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Teil der Wissenschaft zu danken. Es ist vielmehr und vor allem das Ergebnis eines jahrzehntelangen Kampfes, einer zähen politischen Auseinandersetzung um die Überwindung von Fehlurteilen, die Wissenschaftler bereit gestellt haben und die von konservativen Politikern und Klerikern für ein Ziel genutzt wurden: Lesben und Transsexuelle, Schwule und Intersexuelle von der Teilhabe an Menschenrechten auszuschließen.

Wenn wir heute sagen können: Ich bin stolz darauf, schwul zu sein, ich bin stolz darauf, lesbisch zu sein, ich bin stolz darauf, meine Identität zu leben – egal, ob die Wissenschaft sie mit dem Label intersexuell oder transsexuell ausgrenzt – dann ist das vor allem das Verdienst jener, die in all den zurückliegenden Jahren auf die Straße gegangen sind, die hier in Berlin und anderswo, laut und schrill – auch das gehört dazu, um sich Gehör zu verschaffen – für ein Ziel demonstriert und gekämpft haben: für die uneingeschränkte Teilhabe an Bürgerrechten. Eingedenk der Tatsache, dass es noch viele Länder auf dieser Erde gibt, in denen homosexuelle Männer und Frauen nicht nur diskriminiert werden, sondern um ihr Leben bangen müssen, möchte ich diese Stunde auch nutzen, um für Solidarität und Unterstützung zu werben und rufe Euch zu:
Gebt keine Ruhe. Engagiert Euch. Kämpft weiter für die Teilhabe an den Menschenrechten für alle Mitglieder unserer LGBT-Community in allen Ländern der Welt.


*****


1 Im Juni 2010 hatte die US-amerikanische Philosophin Prof. Dr. Judith Butler den ihr verliehenen Preis für Zivilcourage abgelehnt, weil sie die Veranstalter_innen des Berliner CSD kritisierte, sich nicht mit rassistischen, speziell anti-muslimischen Äußerungen in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen und darüber hinaus Antirassismus nicht "als wesentlichen Teil ihrer Arbeit" zu begreifen. Von dieser "Komplizenschaft mit Rassismus" distanzierte sich Judith Butler mit der Ablehnung des Preises. Wenn sie den Preis hätte annehmen wollen, so Butler, hätte sie ihn direkt weiterreichen müssen, etwa an die vier Projekte – GLADT, LesMigras, ReachOut und Suspect – , die antirassistisch arbeiten und sich auch für den Transgenialen CSD engagieren, der seit Ende der neunziger Jahre in Berlin-Kreuzberg und angrenzenden Bezirken stattfindet und sich explizit auch gegen Rassismus richtet.



Reden zum Download Text






BERLIN, 13. Januar 2009


Wir gratulieren unserer Berliner Autorin Ilse Kokula herzlich zum 65.
Geburtstag und wünschen Ihr alles Gute!


Christiane und Ingeborg





BERLIN


Glückwunsch zum 50. Geburtstag von Claudia Schoppmann am 17. Februar 2008



Claudia Schoppmann 2002
Claudia Schoppmann (links) mit Madeleine Marti, CSD 2002 in Zürich



Die Historikerin Claudia Schoppmann


wird am 17.2.2008 in Berlin 50 Jahre alt. Seit 25 Jahren hat sie entscheidende Beiträge zur Erforschung von Geschichte und Kultur lesbischer Frauen geleistet.


Claudia Schoppmann hat aufgezeigt, dass und wie lesbische Frauen von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt wurden. Dies obwohl weibliche Homosexualität (im Unterschied zur männlichen Homosexualität) nicht unter Strafe gestellt wurde, weil sich die Meinung durchsetzte, dass auch lesbische Frauen zur Mutterschaft gezwungen werden könnten. (1)


Claudia Schoppmann hat mit ihren Porträts von emigrierten Autorinnen einige Neu- und Wiederentdeckungen ermöglicht, so von den Schriftstellerinnen Hilde Rubinstein, Ruth Landshoff-Yorck, Lessie Sachs, Jenny Aloni (2) und insbesondere auch von lesbischen Autorinnen wie Anna Elisabet Weirauch (3), Anna Siemsen und Christa Winsloe. Auch über Erika Mann hat sie neue Fakten gefunden, ehe grössere Biografien erschienen.


Claudia Schoppmann hat Porträts von lesbischen Frauen geschrieben, die während der Zeit des deutschen Nationalsozialismus in Deutschland oder Österreich gelebt haben. Darin wird sichtbar: Zum einen wie lesbische Frauen in Hitler-Deutschland gelebt haben und wie unterschiedlich sie diese Zeit erlebt haben und zum anderen wie lesbische Frauen aufgrund ihrer Homosexualität in Österreich verfolgt worden sind. (3)


Claudia Schoppmann hat an zahlreichen Ausstellungen zur Geschichte von Lesben und Schwulen sowie zur Geschichte von Jüdinnen und Juden und politisch Verfolgter Menschen mitgearbeitet. In der Schweiz hat sie beispielsweise den historischen roten Faden gelegt zur Ausstellung „Unverschämt – Schwule und Lesben gestern und heute“, welche in Zürich 2002, Basel 2004 und Bern 2006 gezeigt worden ist.


Die wichtigsten lesbenhistorischen Publikationen von Claudia Schoppmann:


(1) Nationalsozialistische Sozialpolitik und weibliche Homosexualität (1991)
(2) Im Fluchtgepäck die Sprache. Deutschsprachige Schriftstellerinnen im Exil (1991)
(3) „Der Skorpion“. Frauenliebe in der Weimarer Republik. (1985)
(4) Zeit der Maskierung. Lebensgeschichten lesbischer Frauen im „Dritten Reich“ (1993)
Verbotene Verhältnisse. Frauenliebe 1938-1945 (1999)


Claudia Schoppmann in Bern


Vortrag bei "unverschämt": Madeleine Marti und Claudia Schoppmann (Mitte)





Glückwünsche


Ilse Kokula, Prof. Dr., Soziologin, Berlin


Ich wünsche Dr. Claudia Schoppmann zu ihrem 50. Geburtstag alles Gute: Gesundheit, ein adäquates Einkommen, noch mehr wissenschaftliche Anerkennung, weiterhin internationale Vernetzung diesseits und jenseits des Ozeans und allseits gefragte Referentin und weiterhin viele liebe und zuverlässige Freundinnen.


Mir wünsche ich von meiner Freundin Claudia noch viele Bücher, Beiträge und Artikel zur Frauengeschichtsforschung. Gerade in der Lesbengeschichtsforschung hat sie eine große Lücke geschlossen. Mit "Nationalsozialistische Sexualpolitik und weibliche Homosexualität", ihrer Doktorarbeit, hat sie ein Standardwerk geschaffen. Mit tiefgehender Gründlichkeit, wissenschaftlicher Akkuratesse und sprachlicher Eloquenz schildert sie in ihren vielen Publikationen die Situation lesbischer Frauen im Deutschland und im Österreich der NS-Zeit oder stellt einzelne lesbischer Frauen - auch in ihrer Widersprüchlichkeit - in dieser Zeit vor.


Claudia Schoppmann hat dafür gesorgt, dass sich die Spuren weiblicher Homosexualität nicht verlieren.





Hanna Hacker, PD Dr., freie Sozial- und Kulturwissenschaftlerin, derzeit Wien


Liebe Claudia,


auch von mir ein herzlichstes Happy Birthday!


Es ist übrigens ziemlich nett jenseits des Fünfzigsten, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Nur weiter mit Lust und Gescheitheit drauf los! Damit auch künftige Lesbenhistorikerinnen was zu forschen haben…


Cheers!





Madeleine Marti, Dr., Germanistin, Kopfwerken GmbH Zürich


Claudia Schoppmann kenne ich als Forscherin und Freundin. Ebenso beharrlich und kontinuierlich wie Claudia über lange Jahre hinweg an ihren Themen arbeitet, recherchiert und geduldig auf vielen Wegen weiter sucht, bis sie genug Puzzlestücke gefunden hat, mit denen sie ihre Aussagen wissenschaftlich fundiert belegen kann – ebenso treu pflegt sie auch ihre Freundschaften. Als wir vor Jahren parallel an unseren Dissertationen gearbeitet haben, mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt, wurde so mancher Brief gewechselt, manchmal gab es ein Zusammentreffen, wenn wir am selben Ort zu einem Vortrag eingeladen waren oder wenn die eine von uns eine Einladung in die Stadt der andern erhielt.


Später sind unsere beruflichen Wege auseinander gegangen. Während ich mein Brot als Kleinunternehmerin in der Erwachsenenbildung fand, forschte Claudia Schopmann weiter: Immer wieder entwickelte sie neue Ideen und formulierte Forschungsanträge, mit denen sie Stiftungen überzeugte, die Erforschung und Publikation lesbischer Geschichte und Kultur zu unterstützen.


Alle Projekte hat Claudia Schoppmann erfolgreich zum Abschluss gebracht - mit einer Buchpublikation und/oder einer Ausstellung. Nie sind bei ihr Gelder fehl investiert worden, ganz im Gegenteil: Die finanzielle Unterstützung war oft so knapp, dass Claudia viel Zeit selbst investiert hat. Sie hat, sozial nicht abgesichert, das Risiko auf sich genommen, sich zwischen Stipendien und Aufträgen irgendwie durchzuhangeln. Und sie hat dies erfolgreich geschafft und wichtige Beiträge geliefert zur Geschichte und Kultur von Lesben in Deutschland, Österreich und der Schweiz.





Sonja Hilzinger, PD Dr., freie Autorin, Lektorin, Wissenschaftsberaterin, Berlin


Liebe Claudia,


herzlichen Glückwunsch zu deinem 50. Geburtstag!


Ich weiß noch ganz genau, wie ich dich kennen lernte: ich las dein Buch "Im Fluchtgepäck die Sprache" über deutschsprachige Schriftstellerinnen im Exil, das 1991 im Berliner Orlanda Frauenverlag erschienen ist. Persönlich begegnet sind wir uns dann wenig später bei der ersten Tagung der Arbeitsgemeinschaft "Frauen im Exil" in der Gesellschaft für Exilforschung, die Beate Schmeichel-Falkenberg und Elsbeth Wolffheim Ende Oktober 1991 in Bad Münstereifel im Rheinland organisiert haben. Von da an haben wir uns zu den jährlichen Tagungen getroffen und manche gemeinsam mit anderen auf die Beine gestellt - bis heute.


Ich kenne keine, die so gründlich recherchiert wie du: aus ein paar überlieferten Daten rekonstruierst du ganze Lebensgeschichten - von Frauen im Exil, von Lesben in der Zeit des Nationalsozialismus, von versteckten und geretteten jüdischen Frauen während des Dritten Reiches. Manche Autorinnen beschäftigen dich über viele Jahre, wie Ruth Landshoff-Yorck oder Christa Winsloe. 1997 hast du für deinen beherzten Einsatz für Lesben und Schwule in Osnabrück den "Rosa Courage"-Preis bekommen. Dieser Preis, eine echte Überraschung, hat dich riesig gefreut und sehr gerührt.


Die Exilforschung hat dich, die Historikerin, und mich, die Literaturwissenschaftlerin, durch einen großen und wichtigen Teil unseres Berufslebens begleitet. Und dabei sind wir Freundinnen geworden.





Rita Kronauer, Frauenarchiv ausZeiten, Bochum


Claudia Schoppmann hat als erste Forscherin den Themenkomplex "Lesben im Nationalsozialismus" wissenschaftlich systematisch aufgearbeitet. Ihre Buchveröffentlichung "Nationalsozialistische Sexualpolitik und weibliche Homosexualität" wurde samt der überarbeiteten Neuauflage zum Standardwerk zu diesem Thema. Sie hat die Forschungen durchgeführt, als Überlebende und ZeitzeugInnen noch zu ihrem Ergebnis beitragen konnten und hat sich dieser lebendigen Wissenschaft mit ihren Herausforderungen gestellt. So ist ein unersetzliches Werk für die persönliche und politische Auseinandersetzung mit Lesben im Nationalsozialismus und danach entstanden.


Liebe Claudia, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 50. Geburtstag!





Marianne Ulmi, Philosophin, Kopfwerken GmbH, Bern


Als passionierte Begleiterin couragierter Lesbenforscherinnen am Berg, im Tal und in der Stadt komme ich mit dir, liebe Claudia, in jeder dieser Beziehungen immer wieder wunderbar auf die Rechnung. Auf dass du in allen diesen Unternehmungen weiterhin berührende und spannende Entdeckungen machst - und ich weiterhin sporadisch Zeugin davon sein kann: Die besten Glückwünsche zum 50. Geburtstag!





Monika Wissel, Bezirksbürgermeisterin a.D. Berlin


Liebe Claudia


ich hatte schon viel von Dir gelesen, ehe ich Dir persönlich begegnet bin. Wir haben dann gemeinsam eine gute Tradition im Charlottenburger Frauenfrühling, eine Veranstaltung über Lesben anzubieten, mit Deinen Vorträgen über lesbische Frauen in der Nazizeit fortgeführt. Immer wieder greife ich zu Deinen Büchern „Zeit der Maskierung“ oder „Verbotene Verhältnisse“, in denen Du die Frauen so lebendig werden lässt, dass ich ihre Situationen vor mir sehe. Eine wahre Fundgrube ist das Buch „Zwischen Rebellion und Reform“ über Frauen im Berliner Westen, das Du entscheidend mitgestaltet hast. So bin ich immer wieder gespannt, etwas von Dir zu lesen oder einen Vortrag zu hören.


Ich gratuliere Dir herzlich zu Deinem runden Geburtstag und danke Dir für Deine wegweisenden Bücher zu Situation lesbischer Frauen und wünsche Dir viele Möglichkeiten, Deine Forschungsergebnisse zu publizieren und in Ausstellungen sichtbar werden zu lassen.





Ilona Bubeck, Mitgründerin des Querverlag in Berlin


Seit gut 20 Jahren schätze ich Dich, liebe Claudia, als Freundin, als Autorin und als Lesbengeschichtsforscherin. Ich wünsche Dir nicht nur den verdienten beruflichen Erfolg und die Anerkennung als Historikerin, sondern auch das private Glück, Liebe und Zuneigung Deiner Auserwählten. Die Erfahrung, die 50 zu überschreiten, habe ich Dir ja schon ein paar Jahre voraus. Und ich bin mir sicher, dass wir beide noch viele Jahre aktiv und freundschaftlich miteinander verbringen werden, allein schon durch das gemeinsame Meditieren!





Natalie Raeber, e-learning Spezialistin, Zürich


Was für eine Freude als junge Geschichtsstudentin ein Buch zu finden, welches sich mit der weiblichen Homosexualität vor den 70er Jahren befasst. Dazu noch die Möglichkeit, die Autorin persönlich kennen zu lernen! Und so kann ich eins ihrer Bücher heute aus dem Gestell fischen und die Widmung lesen: "Für Natalie, mit Dank für die Einladung, 25. November 1992." Leider lässt mich die Erinnerung im Stich, welche Einladung zu welcher Uni-Veranstaltung das war. Macht nichts, die Zeit vergeht und ich war wohl zu aufgeregt.


Liebe Claudia: Vielen Dank für Deine Arbeit gegen die Unsichtbarkeit und herzliche Gratulation zu Deinem eigenen halben Jahrhundert Le(s)ben(s)geschichte.





christiane leidinger, promovierte, freiberufliche politologin, berlin


es bedurfte eines besuchs von madeleine marti aus der schweiz, damit ich die frau, die sich hinter dem mir wohlbekannten und hochgeschätzen autorinnennamen „claudia schoppmann” verbarg, während der jubiläumstagung des ffbiz am 11. Mai 2003 in berlin endlich auch persönlich kennenlernte konnte.


noch generationen von student_innen, historisch interessierter und wissenschaftler_innen werden ihre erkenntnisse über die geschichte/n von lesbischen frauen seit 1900, besonders im nationalsozialismus rezipieren und diskutieren. sie hat aber nicht nur lesbisches leben sichtbar gemacht, sondern weibliche lebensläufe in deutschland und im exil überhaupt. auch sorgte sie mit dafür, dass biographien von jüdinnen, die „nach der shoa geboren” wurden und die in der brd leben, „fremdheit und verankerung” öffentlich artikulier(t)en – ein sammelband mit 30 porträts, die jüdische kultur/en sichtbar werden lassen und antisemitismus nicht nur mit „auschwitz und neonazis” verbindeen; überhaupt zeigt das buch „eine kontinuität“ auf, „die die nationalsozialisten unmöglich machen wollten”, wie es im vorwort der herausgeberinnen jessica jacobi, claudia schoppmann und wendy zena-henry 1994 heißt.


kein heißes eisen war claudia schoppmann je zu heiß, ob dies gewalt in lesbischen beziehungen und bezügen war oder täterinnen im nationalsozialismus. einfache opfer-diskurse oder solche ohne die reflexion alltäglicher widersprüche unter faschistischer herrschaft sind mit den wissenschaftlichen arbeiten von claudia schoppmann – verdienstvollerweise – nicht zu machen.


liebe claudia,


zu deinem geburtstag wünsche ich dir alles liebe, gute, glück & gesundheit und die besten möglichkeiten, wissenschaftlich zu arbeiten und politisch bewegt zu wirken, damit deine kritische stimme weiterhin die scientific communities und politische kultur belebt.


in verbundenheit und freundinnenschaft, christiane.





ZÜRICH


Glückwunsch zum 50. Geburtstag von Madeleine Marti am 12. Juli 2007

Madeleine Marti



Vor einem Jahr – am 12. Juli 2006 – sprach die Schweizer Literaturwissenschaftlerin Dr. Madeleine Marti in Berlin-Charlottenburg über die Schriftstellerin Johanna Moosdorf (1911-2000), Autorin des Romans „Die Freundinnen“. Das 1977 erschienene Buch war die erste deutschsprachige Veröffentlichung nach 1945, in dem lesbische Liebe als grundsätzlich selbstverständlich lebbar dargestellt wird.


Es war ein besonderer Anlass, wurde doch an diesem Tag im Juli 2006 eine Gedenktafel an Moosdorfs Wohnhaus in der Kastanienallee 27, in dem sie jahrzehntelang bis zu ihrem Tod gelebt hat, enthüllt. Und die Autorin wäre 95 geworden, während ihre Festrednerin den 49. Geburtstag feiern konnte. Johanna Moosdorf, die ein beeindruckendes literarisches Werk geschaffen hat, setzte sich schon früh mit tabuisierten Themen - neben der Frauenliebe vor allem der Kontinuität des Nationalsozialismus in der Nachkriegsgesellschaft – auseinander. Madeleine Marti gehört zu denjenigen, die Johanna Moosdorf Mitte der 80er Jahre (wieder)entdeckt haben.


Damals entwickelte Madeleine Marti, die als Gymnasiallehrerin gearbeitet und in Zürich, Berlin, Hamburg und Marburg Germanistik, Geschichte und Literaturkritik studiert hat, die Idee zu einer Untersuchung über die literarische Darstellung von Lesben im deutschsprachigen Raum nach 1945. Es war wohl nicht zuletzt die persönliche positive Resonanz von Johanna Moosdorf, die Madeleine Marti in ihrem Vorhaben bestärkte. Daraus wurde schließlich eine Dissertation, die 1991 unter dem Titel „Hinterlegte Botschaften“ (nach einem Zitat der Philosophin Mary Daly) erschien. Mit dieser Pionierarbeit, die auch ausführlich auf „Die Freundinnen“ eingeht, betrat Madeleine Marti Neuland. Erstmals werden darin lesbische Traditionszusammenhänge in der deutschsprachigen Literatur – in Österreich, der Schweiz, BRD und DDR - von 1945 bis in die 90er Jahre beleuchtet. Madeleine Marti skizziert die soziokulturelle und frauenpolitische Situation in diesen vier Jahrzehnten samt den Veränderungen in der Literatur. Sie schildert auch den patriarchalen Literaturbetrieb, der bis Ende der 70er Jahre Autorinnen ausgrenzte, die Texte mit lesbischer Thematik vorlegten. So dauerte es sieben Jahre, bis Moosdorfs Manuskript, an dem sie bis 1970 gearbeitet und für das sie den eindeutigen Titel „Sappho“ vorgesehen hatte, schließlich als „Die Freundinnen“ von der Nymphenburger Verlagshandlung publiziert wurde; der Suhrkamp-Verlag, der schon Bücher von ihr veröffentlicht hatte, lehnte das Manuskript über die Frauenliebe zweimal ab - u. a. mit dem Hinweis, dass mit Djuna Barnes’ „Nachtgewächs“ bereits alles zu diesem Thema gesagt sei!


Madeleine Marti präsentiert in ihrer Untersuchung eine Fülle von unbekanntem Material - insgesamt über 160 Texte! Sie geht der Frage nach, wie Autorinnen unterschiedlicher Generationen (u. a. Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann, Johanna Moosdorf, Marlene Stenten, Judith Offenbach, Waltraud Lewin, Gertrud Wilker und Christa Reinig) die Darstellung lesbischer Protagonistinnen in ihren Texten jeweils unterschiedlich realisieren.


Neben ihrer Brotarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen (s. www.kopfwerken.ch) ist Madeleine Marti seit Jahren in der Schweizer Frauen- und Lesbenbewegung engagiert. Dabei hat sie stets über die Landesgrenzen geschaut und nicht selten deutsche Forscherinnen untereinander bekannt gemacht und vernetzt. Als Mitglied des Vereins SAPPHO (Verein zur Förderung von Frauenforschungsprojekten) regte sie eine Studie über den Zusammenschluss lesbischer Frauen in der Schweiz der 30er Jahre an, die schließlich – Stichwort Vernetzung – von den Berliner Forscherinnen Ilse Kokula und Ulrike Böhmer durchgeführt wurde und unter dem Titel „Die Welt gehört uns doch!“ 1991 im eFeF-Verlag Zürich erschien.


1993 organisierte Madeleine Marti gemeinsam mit anderen Lesben das zweite Symposium deutschsprachiger Lesbenforschung in Männedorf bei Zürich. Dabei ging es um Themen wie Lebensformen, Identitäten, Sexualität, Geschichte, Kultur, Öffentlichkeit und Politik. Ein Ziel der Tagung – damals wie heute relevant und brisant – war es, dem Mangel an Diskussionsmöglichkeiten etwas entgegenzusetzen, denn nur in Ausnahmefällen können sich Forscherinnen innerhalb etablierter Institutionen mit lesbischen Inhalten befassen (die Beiträge der Tagung erschienen 1994 unter dem Titel „Querfeldein“).


Dass Madeleine Marti eine leidenschaftliche Leserin ist, hat sie nicht nur mit ihrer Dissertation bewiesen. Ich erinnere mich an gemeinsame Streifzüge durch Zürcher und Berliner Antiquariate, nachdem wir uns 1984 kennen gelernt hatten. Madeleine hatte damals ihre Abschlussarbeit über einen Roman von Christa Reinig geschrieben, ich über die 20er-Jahre-Trilogie „Der Skorpion“ von Anna Elisabet Weirauch, beide arbeiteten wir damals in Lesbenzeitschriften mit – für Gesprächsstoff war also gesorgt.


Das Interesse an deutschsprachiger lesbischer Literatur, die in den 80er Jahren kaum ein Regal füllte, ließ Madeleine Marti auch zu „radikaleren“ Methoden als die Suche in Antiquariaten greifen: Sie gab die Texte, die sie schon immer gern lesen wollte, kurzerhand selbst heraus! Der gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Marianne Ulmi herausgegebene Band „Sappho küsst Europa“ – 1997 im Querverlag erschienen – enthält 30 Texte aus 20 Ländern Europas, die mit Tiefgang und Humor über lesbisches Leben erzählen. Neben bekannten deutschen Schriftstellerinnen oder bereits ins Deutsche übersetzte Literatur wie von Christa Reinig, Marlene Stenten, Nicole Müller, Karen-Susan Fessel oder Gerd Brantenberg enthält das Buch auch zahlreiche Neuentdeckungen und fand zu Recht viele Leserinnen.


Madeleine Marti ist nicht nur eine solide Forscherin, sondern auch eine ausgezeichnete Organisatorin, was sie etwa bei der Ausstellung „Unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute“ unter Beweis stellte, die im Herbst/Winter 2002/03 im Zürcher Stadthaus (Rathaus) auf Initiative der Homosexuellen Arbeitsgruppen Zürich u. a. stattfand und an deren Vorbereitung und Durchführung Madeleine Marti beteiligt war. Damals haben sich auch viele Bürgerinnen und Bürger, die vielleicht nur ihren Pass hatten verlängern wollen, sich auf einen spannenden, gut recherchierten und gestalteten Streifzug durch knapp 200 Jahre lesbische und schwule Geschichte begeben. Die Ausstellung zählte zu den bestbesuchten des Stadthauses, und dass sie und das umfangreiche Rahmenprogramm ein so großer Erfolg waren, war nicht zuletzt Madeleine Martis Fähigkeiten zu verdanken, für die zielorientiertes Arbeiten keine Fremdwörter sind.


Herzlichen Glückwunsch zum 50. in die Schweiz – und ich wünsche Dir und uns noch viele freundschaftliche Begegnungen und anregende Gespräche in Berlin, Zürich oder in den grandiosen Walliser Alpen!




Claudia Schoppmann


Bibliographie (Auswahl)
Hinterlegte Botschaften. Die Darstellung lesbischer Frauen in der deutschsprachigen Literatur seit 1945. Darmstadt 1991.
Querfeldein. Beiträge zur Lesbenforschung, hrsg. von Madeleine Marti, Angelika Schneider, Irena Sgier, Anita Wymann. Bern/Zürich/Dortmund 1994.
Sappho küsst Europa, hrsg. von Madeleine Marti, Marianne Ulmi. Berlin 1997.
frauen im zentrum. Fotos und Texte zu 30 Jahren Frauenzentrum Zürich, hrsg. von Madeleine Marti, Sabine Rock, Katrin Simonett. Zürich 2005.


Text zum Download pdf





lesbengeschichte.de gratuliert herzlich ihrer Zürcher Autorin Madeleine Marti zum 50. Geburtstag und wünscht ihr alles Gute!

Ingeborg Boxhammer (Bonn) und Christiane Leidinger (Berlin)




BERLIN


Wir gratulieren Ilse Kokula sehr herzlich zum Erhalt des Bundesverdienstkreuzes!

Am 22. Mai 2007 zeichnete Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus im Namen des Bundespräsidenten Horst Köhler die langjährige Lesbenforscherin Ilse Kokula mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
Ilse Kokula ist eine der Vorkämpferinnen der Lesbenforschung und der Lesbenbewegung im deutschsprachigen Raum. Seit dreißig Jahren kämpft sie für die Emanzipation von Lesben und engagiert sich dafür, das Wissen über lesbische Lebensweisen in der Öffentlichkeit zu erweitern. Von 1989 bis 1996 hat sie das Referat für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Berliner Verwaltung aufgebaut. Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus: „Dr. Ilse Kokula hat mit ihrem außerordentlichen, von Courage, Wissensdrang und Beharrlichkeit getragenen Engagement wesentlich zur Emanzipation von Lesben und Schwulen und zur Entwicklung einer toleranten und offenen Gesellschaft beigetragen.“


Pressemitteilung der Senatsverwaltung


http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2007/05/22/78256/index.html






ZÜRICH – BERLIN – BONN


Ein Anfang und ein Abschied: Regula Schnurrenberger (03.01.1953 - 20.11.2005)

Wir trauern um unsere Autorin und Kollegin Regula Schnurrenberger, die am 20. November 2005 in Zürich gestorben ist.


Regula Schnurrenberger © Katrin Simonett


Sie wird uns mit ihrer offenen, herzlichen und solidarischen Art, ihrer politischen und wissenschaftlichen Neugier und ihrem Engagement unvergessen bleiben.


Ihre Forschungsarbeit wird auf dieser Website und anderenorts weiterleben.




Dank des Engagements Schweizer FrauenLesben befindet sich ein Teil des politischen und wissenschaftlichen Nachlasses von Regula Schnurrenberger bereits in verschiedenen Schweizer Archiven:


Schweizer Sozialarchiv in Zürich (Sammlung zu Frauen- und Lesbenbewegung der Schweiz): sozarch@sozarch.unizh.ch


Archiv für Frauen- und Geschlechtergeschichte Ostschweiz in St. Gallen (Sammlung zu ersten Studentinnen in der Schweiz sowie zu Schweizer Künstlerinnen): frauenarchiv.ostschweiz@bluewin.ch




A beginning and a farewell: Regula Schnurrenberger (03.01.1953 - 20.11.2005)

We are mourning the death of our author and colleague Regula Schnurrenberger, who died on November 20, 2005, in Zurich.


We will never forget her openness, warmth, and solidarity, her political and scientific dedication and curiosity.


Her research will live on at this website and elsewhere.


Bücher

Soeben erschienen:


Jens Dobler
Zwischen Duldungspolitik und Verbrechensbekämpfung - Homosexuellenverfolgung durch die Berliner Polizei von 1848 bis 1933

Homosexualität war in Deutschland die längste Zeit verboten. Da das Verbot in einem Strafgesetz fixiert war, war die Kriminalpolizei für die Verfolgung der Homosexuellen zuständig. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der polizeiliche Umgang mit diesem Arbeitsgebiet: die Überwachung, Registrierung und Fahndung, die Einflüsse der Kriminologie, die Inhalte der polizeilichen Aus- und Fortbildung sowie die Bedeutung der Zensur so genannter unsittlicher Schriften.


Keine Tochter aus gutem Hause

Intensiv wird die Arbeit des Homosexuellendezernates der Kriminalpolizei und seiner jeweiligen Leiter geschildert, die Einflüsse zeithistorischer Ereignisse und der verschiedenen Interessengruppen, die Verschärfungen oder Erleichterungen in der Verfolgung Homosexueller zu erreichen suchten.
Bemerkenswert für Berlin ist, dass das Homosexuellendezernat als Verfolgungsinstanz schließlich mit der homosexuellen Emanzipationsbewegung zusammenarbeitete und für einen langen Zeitraum eine Duldungspolitik einleitete.
Gleichzeitig bietet die Arbeit einen genauen Einblick in die Entwicklung der Berliner Kriminalpolizei generell und leistet somit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Polizeigeschichte zwischen 1848 und 1933.


Jens Dobler:
Zwischen Duldungspolitik und Verbrechensbekämpfung - Homosexuellenverfolgung durch die Berliner Polizei von 1848 bis 1933 (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V. Band 6), Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt/Main 2008 (ISBN 978-3-86676-041-7)
618 Seiten, 26,90 €





Erschienen:


Christiane Leidinger
Keine Tochter aus gutem Hause
Johanna Elberskirchen (1864-1943)


Johanna Elberskirchen war keine »Tochter aus gutem Hause« – doch diese Hürde der sozialen Herkunft ermutigt sie nur, sich darüber hinweg zu setzen. Bildung, Lohnarbeit und sogar ein Frauenstudium in der Schweiz inspirieren die lebenshungrige Bonnerin zu weiteren vielfältigen Interessen.


Keine Tochter aus gutem Hause

Als Rednerin, Aktivistin und Schriftstellerin wird ihre schärfste Waffe das Wort: Pathetisch, polemisch und provokant sind ihre Schriften, vielfach überraschend modern ihre Überlegungen, die auf Freiheit und soziale Gerechtigkeit zielen.
1943 stirbt Johanna Elberskirchen in Rüdersdorf bei Berlin, wo sie in eigener homöopathischer Praxis arbeitete. Die Umstände der Beisetzung sind mysteriös: Jahrzehnte nach ihrem Tod finden und vergraben zwei Frauen heimlich ihre Urne.
Erstmals werden nun die Spuren des ungewöhnlichen und kämpferischen Lebens von Johanna Elberskirchen für die Befreiung von Frauen, ArbeiterInnen, Lesben und Schwulen verfolgt. Christiane Leidinger entwirft dabei ein lebendiges und faszinierendes Panorama der Zeit vom deutschen Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus. Ein Buch über bewegte und widersprüchliche politische Wege einer umstrittenen Feministin, Sexualreformerin und Sozialdemokratin.


Christiane Leidinger:
Keine Tochter aus gutem Hause
Johanna Elberskirchen (1864-1943)
Konstanz: UVK 2008


480 Seiten. 67 s/w Abb., gebunden
ISBN 978-3-86764-064-0
(D) 24,90 EUR – freier Preis SFr 44,00
willkommen@uvk.de


* Inhaltsverzeichnis des Buchs (pdf 36kb) Inhalt


* Spurensuche – Eine Einleitung (pdf 116kb) Inhalt


* Namens- und Ortsregister (pdf 80kb) Inhalt


* Zeitafel zu Leben und Werk von Johanna Elberskirchen (pdf 68kb) Zeittafel







In Bewegung bleiben.
100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben.
Hrsg. von Dennert, Gabriele / Leidinger, Christiane / Rauchut, Franziska.


Unter Mitarbeit von Stefanie Soine.


Berlin: Querverlag 2007
456 Seiten, 325 Abbildungen
ISBN 978-3-89656-148-0
24,90


Lebendige und vielfältige Lesbengeschichte in einem Band – informativ, historisch, bunt, analytisch und streitbar. Das Buch ist geschrieben aus der Sicht von Aktiven zwischen Jahrgang 1931 bis 1981 und versammelt rund 100 Beiträge zu Bewegung, Alltag und Kultur lesbischer Frauen im 20. Jahrhundert: politische Kämpfe, Widerstand & Rückschläge, Kontroversen & Streit, Spaß & Lust. Fotos, Plakate und Titelbilder illustrieren Bewegungsaktionen und -alltag.


In einem bisher einmaligen Projekt zeichnet dieses spannende Lesebuch lebendige Bilder der politischen Lesbenbewegung vom Ende des 19. bis zum 21. Jahrhundert. Gelebte Geschichte, die Feministinnen der ersten Stunde genauso begeistern wird wie junge Lesben und alle politisch Interessierten heute.
Das Inhaltsverzeichnis zum Herunterladen: Inhaltsverzeichnis





Ingeborg Boxhammer:
Das Begehren im Blick – Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte


Bonn: Mäzena 2007
320 Seiten
26,95


Das Begehren im Blick

Das Lesbenfilmgeschichtsbuch lädt ein zu einem Streifzug durch deutsche und internationale Produktionen: Ingeborg Boxhammer spürt den flüchtigsten Hinweisen des Begehrens zwischen Frauen nach und auch noch die kürzeste Hosenrolle auf. Sie macht Unterschlagungen oder Veränderungen lesbischer Liebe durch ausführliche Vergleiche mit Biografien, Theaterfassungen oder Romanvorlagen sichtbar und inspiziert außerdem fragwürdige Bilder lesbischer Lust und Liebe mit kritischem Blick. Die vielzitierte ‚beste’ Freundin wird ebenso cineastisch von ihr unter die Lupe genommen wie zahlreiche Inszenierungen explizit lesbischer Beziehungen. Die Autorin diskutiert ernsthafte, verzweifelte oder einfach nur komische Coming Out-Darstellungen, untersucht die Entwicklungen im lesbischen Filmschaffen und zeigt auf, wer Lesbenfilme dreht und wo sie zu sehen sind.


„Das Begehren im Blick“ ist inzwischen (Februar 2009) vergriffen und kann hier als pdf (1,5 MB) heruntergeladen werden: Begehren im Blick






Zwei antiquarische Bücher zur Lesbengeschichte sind in der Schweiz noch vorrätig:


1. Schoppmann, Claudia: "Der Skorpion", Frauenliebe in der Weimarer Republik, Verlag Frühlings Erwachen, 2. Aufl. 1991, 83 S. br. € 10.-- (inkl. Versand innerhalb BRD)
"Den Skorpion schrieb die Schriftstellerin und Reinhardt-Schauspielerin Anna Elisabet Weirauch zwischen 1919 und 1931. Er war ein äusserst beliebter Lesbenroman und für heute ein zeitgenössisches Dokument.
Claudia Schoppmann stellt die Situation von Lesben in der Weimarer Republik anhand der Roman-Trilogie dar. "(Verlagstext)

2. Kokula, Ilse: Jahre des Glücks, Jahre des Leids. Gespräche mit älteren lesbischen Frauen, Dokumente, Verlag Frühlings Erwachen, 2. Aufl. 1990, 150 S. br. € 15.-- (inkl. Versand innerhalb BRD)
"Lesbische Frauen schildern ihre - oft beeindruckenden - Erlebnisse in der Weimarer Zeit, der NS-Zeit und der Nachkriegszeit. Ausgewählte historische Texte und Auszüge aus dem Urteil des BVGer von 1957 zum § 175 machen die einzelnen Aussagen verständlicher.
Unser Wissen über lesbische Frauen ist ja nicht gerade berauschend; das gilt auch für die Zeit von 1920 bis 1960. In diesem Zeitraum ist alles drin: Die Freizügigkeit der sog. "Goldenen 20er", die Verfolgung während der Nazizeit und der Mief der Nachkriegszeit." (Verlagstext)
ISBN 3-925393-11-0

Solange Vorrat (insges. je 15 Expl.)

Freundliche Grüsse
Peter Thommen, ARCADOS gaybuchladen, Basel
http://www.arcados.com





Nur noch kurze Zeit lieferbar ist Claudia Schoppmanns Buch:


Verbotene Verhältnisse. Frauenliebe 1938-1945

Verbotene Verhätnisse

Anhand von Prozessakten schildert die Berliner Historikerin die Lebensbedingungen von lesbischen Frauen in Österreich während der Zeit des „Anschlusses“ an das nationalsozialistische Deutschland. Anders als in Deutschland wurde in Österreich auch lesbische Liebe strafrechtlich verfolgt: § 129 bedrohte gleichgeschlechtliche „Unzucht“ mit Zuchthaus von einem bis fünf Jahren. Neben zehn Fallgeschichten gibt das Buch auch einen Überblick über die Homosexuellenpolitik in Deutschland und Österreich – vor, während und nach der NS-Zeit - und bietet damit wertvolle Hintergrundinformationen.


Berlin: Querverlag 1999, 155 S., ISBN 3-89656-038-7


Beim Verlag € 8,00 – mail@querverlag.de





Neu auf der Website


Dezember 2014: Lesben & Film > Filmliste Spielfilme > aktualisiert
Aktuelles > Anforschungsergebnisse zur (straf)rechtlichen Verfolgung lesbischer, bisexueller und/oder trans* Frauen nach 1945

Juni 2015: Biografische Skizzen > Sibylle, "Billy" Blei (1897-1962) und Sarita Halpern (1898-1974) von Gabi Einsele

Mai 2015: erinnern & gedenken > "Nichts ist unmöglich. Anita Augspurg – eine biografische Recherche" von Christiane Berneike

April 2015: Biografische Skizzen > Anita Augspurg, Charlotte Charlaque und Toni Ebel, Emilie Knopf und unter
Politik & Subkultur > "Der Liebe Lust und Leid der Frau zur Frau – Ein wiederentdeckter Lesbenroman von 1895, Freundinnen und Gefährtinnen. Annäherungen an das Phänomen 'Frauenpaare um 1900'
Bildergalerie aktualisiert
erinnern & gedenken > Feier zu Johanna Elberskirchens 150. Geburtstag
erinnern & gedenken > Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann > "Zweifelhafte Ehre". Dokumentation einer Rede von Regula Schnurrenberger.
erinnern & gedenken > Gedenktafel für Gertrude Sandmann: Gedenktafel

März 2015: Aktualisierung der Literaturlisten > Material > Literatur
Aktualisierung der Literaturliste > Nationalsozialismus > 1933-1945 > Literatur
Lesben & Film > Filmliste Spielfilme und Filmliste Dokumentationen aktualisiert

November 2014: Nationalsozialismus > 1933-1945 > Interviews > Interview mit Claudia Schoppmann

August 2014: Nationalsozialismus > 1933-1945 > Literatur aktualisiert.
Material > Literatur > Literatur zur Lesbengeschichte (bis 1945) aktualisiert.
Lesben & Film > Statistik Nr. 3 aktualisiert (deutsch, englisch, französisch, spanisch) und Statistik Nr. 5 aktualisiert
Lesbian & Film > englische Filmliste aktualisiert


Juli 2014: Nationalsozialismus > Geschichtspoliitk > Film/Rezeption/en > Weitere Spielfilme, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen, ergänzt

Juni 2014: Englische Seiten von Frames in CSS umgebaut
neue Übersichtsseite für die englische Version: Sitemap
Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert

Mai 2014: Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert
Links > Links ergänzt
Material > Werkbibliographie von Johanna Elberskirchen aktualisiert
Nationalsozialismus > Geschichtspoliitk > Gedenkveranstaltungen > 7. Mai 2014: "Verschwiegen und Vergessen – Eine Veranstaltung zum Gedenken an das Leid lesbischer Frauen im Nationalsozialismus" ergänzt
Nationalsozialismus > Geschichtspoliitk > Film/Rezeption/en > Weitere Spielfilme, in denen Nationalsozialismus und Lesben eine Rolle spielen, ergänzt
Regionalgeschichte > Ausflugstipps Berlin um Café Märchenland und Gedenktafel für Gertrude Sandmann erweitert
Sitemap > Sitemap aktualisiert
Zitate > Zitate von Johanna Elberskirchen ergänzt

Februar 2014: Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert

Januar 2014: neue Forschungen zu Johanna Elberskirchen

Oktober 2013: Biografische Skizzen > Gertrude Sandmann deutsch und englisch
erinnern & gedenken > Gertrude Sandmann und Tamara Streck
Forschungssplitter > Neue ausgewählte Details zur Herkunftsfamilie und zum Umfeld von Emma Trosse (1863-1949), verheiratete Külz

September 2013: Biografische Skizzen > Erika Mann und Felice Schragenheim

August 2013: Regionalgeschichte > Köln > "Lesbische Liebe und Kleptomanie" - Presseberichte über Kölner Unterschlagungen um 1930

Juni 2013: Neue Unterseite: Nationalsozialismus > Gedenkveranstaltungen > "Verschwiegen und Vergessen – Eine Veranstaltung zum Gedenken an das Leid lesbischer Frauen im Nationalsozialismus"

Mai 2013: Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert

November 2012: Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert

Oktober 2012: Neue Unterseite: erinnern & gedenken > Gedenkfeier für Hilde Radusch in Berlin
"Regionalgeschichte" > Städte > Ausflugstipps Bonn > aktualisiert

Neue Unterseite: Nationalsozialismus > 1933-1945 > Aktenstudien > "Männer nicht." - Eine lesbische Familie

Juli 2012: Filmlisten Spielfilme aktualisiert

Juni 2012: "Lesben & Film" > Statistik Nr. 3 aktualisiert


Mai 2012: Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert
Neue Unterseite: Regionalgeschichte > Ausflugstipps
"Regionalgeschichte" > Städte > Bonn > Johanna Elberskirchen in Bonn aktualisiert

Frühjahr 2012: Umprogrammierung der deutschsprachigen Seiten in framelose, css-gesteuerte Seiten


März 2012: "Lesben & Film" > Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert

Linkliste aktualisiert

"Biografische Skizzen" > Annemarie Schwarzenbach (1908-1942)


Juni 2011: "Nationalsozialismus" > Geschichtspolitik > Film/Rezeption/en > Kommentierte Literaturliste zum Film "Aimée & Jaguar"
"Lesben & Film" > Filmlisten Spielfilme aktualisiert
neue Buttons: "Zitate" und "Sitemap"


März 2011: "Lesben & Film" > Filmlisten Spielfilme und Dokumentationen aktualisiert


Februar 2011: "Nationalsozialismus" > Essays
"Material" > "Downloads" aktualisiert


Januar 2011: "Nationalsozialismus" > Stolpersteine, Fotos der Stolpersteine von Ascher und Doctor hochgeladen
"Biografische Skizzen" > Charlotte Wolff


Oktober 2010: "Lesben & Film" > Statistik 3 (deutschsprachig) aktualisiert


September 2010: "Biografische Skizzen/biographies succintes" (en français) > Annette Eick


August 2010: "Lesben & Film" > Filmliste Spielfilme aktualisiert; Filmliste Dokumentationen aktualisiert


Juli 2010: "Lesben & Film" > Filmliste Dokumentationen aktualisiert


April 2010: "Nationalsozialismus" > Gedenkstätten > Bergen Belsen
"Nationalsozialismus" > Forschungsstand > Lesbengeschichte im Nationalsozialismus – neue Spuren


Februar 2010: "Nationalsozialismus" > Literaturliste ergänzt


Januar 2010: "Nationalsozialismus" > "Wessen Gedenken? Geschlechterkritische Fragen an das geplante Homosexuellen-Mahnmal" incl. Nachtrag 2010


Dezember 2009: "Lesbians & Film" > Spielfilmliste aktualisiert


November 2009: "Lesben & Film" > Filmliste Spielfilme aktualisiert (deutschsprachig)


September 2009: "Links" > aktualisiert
"Lesben und Film" >
Filmliste Spielfilme aktualisiert (deutschsprachig)
> Statistik 3 aktualisiert (deutsch, englisch, französisch, spanisch)
> Statistik 5 aktualisiert (deutschsprachig)
Neuer Button: "Nationalsozialismus" > Interviews, Forschungsstand, Literatur, Mahnmal in Berlin, Gedenkstätten/-orte, Stolpersteine, Literatur zur Geschichtspolitik
Anlage einer Sitemap.Juli 2009: "Lesben & Film" (deutschsprachige, spanischsprachige, englischsprachige Seiten)
> Filmliste Spielfilme aktualisiert


August 2009: "Aktuelles" > neue Rubrik "Forschungssplitter"
"Lesben und Film" > Filmliste Dokumentationen, Talkshows, Magazine, Reportagen aktualisiert
> Filmliste Spielfilme aktualisiert (deutschsprachig)
>"Material" > Download > Invertito-Beitrag zu Open Access 7/2005 als pdf


Juli 2009: "Lesben & Film" (deutschsprachige, spanischsprachige, englischsprachige Seiten)
> Filmliste Spielfilme aktualisiert
> Filmliste Dokumentationen aktualisiert
"Biographical sketches" > Jenny Riedemann (english)


Juni 2009: "Lesben & Film" > Filmliste Dokumentationen teilaktualisiert und mit kurzen Inhaltsangaben ausgestattet.


März 2009: "Lesben & Film" (deutschsprachige, spanischsprachige, englischsprachige, französischsprachige Seiten) > Filmliste Spielfilme aktualisiert


Februar 2009: "Lesben & Film" (deutschsprachige Seiten) > Filmliste Dokumentationen
"Biografische Skizzen" (deutschsprachige Seiten) > Bertha/Berthold Buttgereit, Louise Dumont
Rubrik "Weitere Texte" > Material > Downloads, auch > Archiv > Lesbenfilmgeschichtsbuch als pdf (Boxhammer, Ingeborg: Das Begehren im Blick - Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte)
"Lesben & Film" (deutschsprachige, englischsprachige, französischsprachige, spanischsprachige Seiten) > Statistik 3 aktualisiert


Januar 2009: "Biografische Skizzen" (deutschsprachige Seiten) > Biografische Splitter zur Subkultur, Charlie, Selli Engler, Anna Eysoldt, Frl. Ellen, Lotte Hahm, Karen, Lu Leistenschneider, Käthe Lippert, Lea Manti, Käthe Reinhard, Jenny Riedemann, Liane Sandra, Ilse Schwarze, Helga Welf, Käthe Wundram
"Politik & Subkultur" (deutschsprachige Seiten) > Eine „Illusion von Freiheit” – Subkultur und Organisierung von Lesben, Transvestiten und Schwulen in den zwanziger Jahren
Neue Fotos (deutschsprachige Seiten) zu Ingeborg Beckh, Harry Braun, Charly, Selli Engler, Ellen Eugin, Lotte Hahm, Resi Hofer, Lea Manti, Liane Sandra, Ilonka Stoyka, Teddy, Carlotta Vyllary
Fotos aus Zeitschriften wie "Frauenliebe", "Garçonne" oder "Die Freundin"
"Lesben & Film" > Statistik 5 (deutschsprachig) aktualisiert


November 2008: "Lesben & Film" (deutsche, spanische, englische, niederländische, französische Seiten) > Filmlisten aktualisiert


Oktober 2008: "Biografische Skizzen" (deutschsprachige Seiten) > Christa Reinig


August 2008: "Politik & Subkultur" (deutschsprachige Seiten) > Vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, Die frühe Homosexuellenbewegung, Der Bund für Menschenrecht, Wissenschaftlich-humanitäres Komitee
"Regionalgeschichte" (deutschsprachige Seiten) > Berlin: Der Lesbenclub "Die lustige Neun"


Juni 2008 bis ?: Die Seiten werden erweitert, neue Rubriken und Texte kommen sUKZessive - zunächst auf den deutschsprachigen Seiten - hinzu und werden nach und nach aufgefüllt. Vorübergehend wird es daher leere Seiten geben. Wir bitten die Unübersichtlichkeit während der Umbauphase zu entschuldigen!


Mai 2008: "Lesben & Film" > Statistik 3 : lesbian-like Filmproduktion gesamt (dt. Fassung) aktualisiert


April 2008: "Lesben & Film" > Filmliste (deutsche und englische Fassung) aktualisiert


Dezember 2006: "Biografische Skizzen" (deutschsprachige Seiten) > Johanna Moosdorf, Martha Mosse


Oktober 2006: "erinnern & gedenken" (deutschsprachige Seiten) > Johanna Moosdorf > Reden und Schweizer Grußbotschaft zur Gedenkfeier


Dezember 2005: "Biografische Skizzen" (deutschsprachige Seiten) > Ella Mensch





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